Als wir 1993 vor unserer Atlantiküberquerung in den Kanarischen Inseln mit unserem '386er Laptop an Land ruderten um von der südlichsten Telefonzelle Europas per Akustikkoppler ein Fax zu versenden, fühlten wir uns schon stark high-tech. Die großen dunklen Augen der Dorfbewohner auf der Insel El Hierro, die ihre neugierigen Nasen fest an die Glasscheiben der Telefonzelle gepreßt hielten, werden wir nicht so leicht vergessen. Fünf Jahre später können wir faul in der Koje liegen bleiben um unsere Website bei Helmut van Straelen [www.rhein-land.com] per Pactor II auf den neuesten Stand zu bringen. Mama und Papa in Hamburg und Mum and Dad in Los Angeles wußten am Abend bereits wie die Mola der Kuna Indianer auf den San Blas Inseln aussah, die wir tagsüber erhandelt hatten . "Das wollen wir auch an Bord haben! Wie funktioniert das?" Schallt es aus allen Himmelsrichtungen. Natürlich ist eine recht umfangreiche Infrastruktur nötig, damit die E-Mail Briefe von den Bordcomputern auf allen Weltmeeren wohlbehalten in den guten Stuben Daheim ankommen. Zuerst einmal heißt es studieren für alle Sailors die noch keine Amateurfunklizenz haben, denn ein eigenes Rufzeichen ist unbedingt notwendig. Jedem, dem die Deutsche Lizenz zu schwer oder zu aufwendig ist sei gesagt, daß man auch als nicht US-Bürger außerhalb der Vereinigten Staaten eine gültige US-Lizenz erwerben kann. Ein wenig Schulenglisch sollte man allerdings noch erinnern. Meine Frau Erika und ich haben unsere "Amateur Extra's" in Trinidad bei Bernie (WG3G) im TYC bestanden und ich empfand den multiple choice Test ein gutes Stück leichter als unser bundesdeutsches Equivalent. Mit der druckfrischen Amateurfunklizenz in der Hand darf der glückliche Absolvent nun in die Bordkasse greifen um die notwendigen elektronischen Geräte zu erwerben, falls diese nicht sowieso schon vorhanden sind. Allband HF-Transceiver mit automatischem Antennentuner Hier ist die Auswahl groß. Der automatische Tuner sollte AUSSERHALB des Transceivers in einem separaten Gehäuse untergebracht sein, da eine Langdraht- oder Achterstagantenne Ideal für den Bordbetrieb auf mehreren Bändern ist, und der Antennentuner am besten direkt unter Deck am Fußpunkt der Antenne installiert sein. Auf gute Erdung muß hier unbedingt geachtet werden. Wir haben z.B. in einen nagelneuen, wasserdichten SG-231 Antennentuner von SGC [www.sgcworld.com] für unseren prähistorisch, verpilzten Kenwood TS440-S Transceiver investiert. Es gibt aber bereits seit langem bessere Rigs auf dem Markt, die zusammen mit externem Tuner ausgeliefert werden. Auf mindestens 100 Watt Sendeleistung und 12V Betrieb sollte geachtet werden. Eine Computerschnittstelle um die Sende- und Empfangsfrequenz extern verstellen zu können ist ebenso interessant, wie möglichst viele Frequenzspeicher, da die meisten Mailbox/ Gateway Stationen auf mehreren Bändern und Frequenzen zu erreichen sind. Wir leben bis jetzt ohne Computerschnittstelle, aber mit 100 speicherbaren Frequenzen. Computer Um Jim Corenman's (KE6RK) erstklassige Public Domain Software "AirMail" [www.WinLink©.org/airmail] eingesetzten zu können, empfiehlt sich Windows95 als Betriebssystem. Wegen des geringen Stromverbrauches haben wir mit Notebooks Erfahrungen gemacht. Unser Gerät hat 133Mhz Taktfrequenz, 16MB RAM, ganz viele verschiedene Tasten und einen klappbaren LCD-Bildschirm. TNC Terminal Node Controller Mit der Qual der Wahl konfrontiert, entschied ich mich hier für einen Kantronics KamPlus, [www.kantronics.com] der geringen Kosten wegen und weil die Konkurrenzfirma, AEA vorübergehend Pleite gegangen war. Der SCS PTC II [www.scs-ptc.com] war bereits auf dem Markt, aber der Preis ließ meine Haare zu Berge stehen. Pah, dachte ich schlau, wieder mal so eine überteuerte "Made in Germany" Kiste. So groß kann der Unterschied zwischen Pactor I und Pactor II gar nicht sein! Nach frustrierenden Stunden mit der Kantronics Betriebsanleitung führten erst die erstklassigen Hinweise von Jim Corenman in den AirMail "Help Files" zum erfolgreichen ersten Gateway QSO. Wir waren happy und unsere Bordbatterien ständig leer. Auch das Zeitlimit von 30 Minuten pro Tag auf unserer Lieblings-MBO Station K4CJX, Steve Waterman in Tennesse [www.WinLink©.org/K4CJX] , war viel zu schnell erreicht. Endlich gab ich meiner Neugier nach und ging dem Unterschied zwischen Pactor I und II in einem Praxistest bei uns an Bord auf den Grund : Mit dem SCS PTC II erzielten wir eine vier bis sechsfache Geschwindigkeit gegenüber dem Kam Plus. Das spüren Batterien deutlich. Starkes Rauschen, Störungen und geringe Signalstärken verlangsamten den Datentransfer lediglich und ich staunte nicht schlecht als ich die Buchstaben auf den Bildschirm prasseln sah, ohne das mein Ohr viel mehr als Rauschen aus dem Lautsprecher vernahm.... Damit könnte man ja sogar im Seenotfall bei schlechten Ausbreitungsbedingungen eine SOS E-mail abschicken! Fazit : ********************************************************* Kantronics Kam Plus zu verkaufen, wenig benutzt, einwandfreier Zustand, E-Mail: pangaea@rhein-land.com ************************************************************* AirMail Software Es ist möglich auch ohne die erstklassige und kostenlose Software "AirMail" von Jim Corenman E-Mail über das WinLink© System zu versenden. Warum aber sollte man? Jim und seine Frau Sue segeln seit einigen Jahren mit ihrer Sloop "Heart of Gold" um den Erdball. Er kennt daher die Welt der Fahrtensegler sehr gut und läßt seine Erfahrungen stark in die Entwicklung von AirMail einfließen. AirMail ist sehr benutzerfreundlich und automatisiert die Initialisierung des TNC ebenso wie die Kommunikation mit der WinLink© Software der Mailbox/Gateway Station. Im BBS Mode klickt man elegant auf den grünen "Connect" Button und AirMail versendet sämtliche E-Mails aus der "Outbox" und empfängt die wartenden E-Mails in die "Inbox". Wer andere E-Mail Programme von AOL, T-Online ect. bereits kennt wird sich bei AirMail ganz zu Hause fühlen. Konfiguriert man den "Terminal Mode", so kann man zusätzlich Wetterberichte, Hurricane Warnungen und Bekanntmachungen der Mailbox/Gateway Station herunterladen, die von MBO zu MBO variieren. WinLink©/NetLink E-Mail Gateway Stationen Mittlerweile gibt es 33 WinLink© MBO's auf der ganzen Welt, die Amateurfunk mit dem Internet verbinden, indem sie drahtlos empfangene E-Mail ehrenamtlich weiterleiten. MBO steht dabei für Mail Box Operator. Vic Poor (W5SMM) , Hans Kessler (N8PGR) und Jim Jennings (W5EUT) sind die Männer der ersten Stunde und Autoren der WinLink© und der NetLink Software, die auf den Computern der Mailbox/Gateway Stationen zum Einsatz kommt. Ständig kommen neue Stationen hinzu und eine aktuelle Liste mit Rufzeichen, Frequenzen und Sendezeiten findet man zusammen mit ausführlicher Hintergrundinformation in der AirMail Softwaredokumentation und unter http://www.WinLink©.org, der WinLink© Homepage. Deutschland : Das Neandertal der Kommunikationsgesetzgebung Bei uns hält man immer noch an verkrusteten Gesetzen aus der Postkutschen- Monopolzeit fest, die es unter anderem Amateurfunkern verbieten, Nachrichten an nicht Amateurfunker weiterzuleiten. Wenn ich mich richtig erinnere, so sind wichtige Teile dieser Gesetze, die aus der Zeit des uns wohlbekannten Reichskanzlers aus Österreich stammen, heute immer noch in Kraft ! Ob die seit langem überfällige Entmonopolisierung der Post/Telekom Anfang 1998 auch Verbesserungen für die Amateurfunker in Deutschland mit sich gebracht hat, kann ich z.Zt. hier auf den Galapagos Inseln nicht so leicht herausfinden. Ich hoffe jedenfalls, daß sich bald ein mutiger Radioamateur in DL findet, der die Bundespost Bevormundung gründlich satt hat und es riskiert die erste "Piraten" WinLink©/NetLink Station in DL (natürlich außerhalb :=)) der Dreimeilenzone) zu starten. WinLink© Software ist ebenfalls FreeWare und kann kostenlos per ftp unter www.win-net.org heruntergeladen werden. Ein normaler Kurzwellentransceiver und ein Computer sind zum Betreiben einer WinLink© Station außerdem notwendig. Ich stelle mein momentan brachliegendes deutsches Rufzeichen zum Betrieb der ersten Piratenstation in Deutschland gerne zur Verfügung. Interessenten bitte melden. Zum Glück operiert der Maritime Mobile Amateurfunkverkehr zum großen Teil aus internationalen Gewässern und ist deshalb von den rückständigen Gesetzen der Telekom/Postzone nicht betroffen. Maritime Mobile-Stationen mit DL Rufzeichen dürfen also ganz legal WinLink© E-Mail senden und empfangen, wenn sie mit einem MBO außerhalb der BRD in Verbindung sind. Steve Waterman ( K4CJX ), der in Tennesse/USA eine, bei Maritime Mobiles beliebte WinLink© Station betreibt, resumiert : Non US 3rd party countries cannot go from their country through a US ham OVER THE HAM RADIO to any other third party unless that third party is also a HAM. If the Ham radio transmission leg conforms to the US 3rd party traffic rule, it does not matter what happens to the traffic once it is transmitted over the Radio. It can go by carrier pidgon to anyone, anywhere, by email over the Internet to anyone, anywhere.. It does not matter as long as the "over the air" portion is not from a 3rd party country to a US ham. International waters are NOT within a country. Dank der unermüdlichen, ehrenamtlichen Arbeit der am WinLink©/NetLink/AirMail Projekt beteiligten Funkamateure ist sowohl die Benutzung von AirMail als auch die "Airtime" bei den WinLink© Stationen kostenlos. Kostenlos natürlich nur für die Benutzer und es ist wichtig zu erkennen, daß die Betreiber dieser Stationen weder Zeit noch Aufwand scheuen, um dieses einzigartige System am Leben zu halten und zu verbessern. Alle WinLink© Stationsbetreiber haben E-Mail und freuen sich über ein Dankeschön ! Wir wünschen allen chirpenden maritime mobiles ein "Happy Chirp-Chirp". WinLink© - NetLink - AirMail Juli 98 Achim Klemmt <<...>> <<...>> <<...>> Letzte Änderung / Last change: Montag, 6. März 2000 <<...>> <<...>> Javascript Reply Reply All Forward Delete Previous Next Close (Move to Selected Folder)InboxSent MessagesDraftsTrash Can Inbox Compose Addresses Folders Options Calendar Help Get notified when you have new Hotmail or when your friends are on-line. Send instant messages. Click here to get your FREE download of MSN Messenger Service! Share information about yourself, create your own public profile at http://profiles.msn.com Other Links: Buy Music Download Music Buy Books Free Games Pharmacy More... Special Features: Is your coffee table a little bare? Upgrade your PC Read all about it! If you build it, they will come Countdown to the games down under More... © 2000 Microsoft Corporation. All rights reserved. Terms of Service Privacy Statement